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Einerseits alte Bauernhäuser, andererseits Industrieansiedlungen.
Wittenau ist ein Ortsteil der Gegensätze. Und die ziehen sich bekanntlich
an. Vielleicht ja auch deshalb finden im Reinickendorfer Rathaus die meisten
Trauungen in Berlin statt. Was beweist, dass Gegensätze und Harmonie
eine gute Verbindung sind. Mehr noch: Hier sind Wohnen, Industrie, Dienstleistungen
und Verwaltung in einzigartiger Weise miteinander vereint. Wer durch Wittenau geht, spürt die Balance zwischen Made in Germany und dem Charme französischer Lebensart. Einerseits an den Straßennamen, andererseits in den französischen Restaurants. Einerseits an den Bauwerken der Cite Foch, andererseits könnten Sie das alles selbst erleben ... Wittenau mit einer Fläche von 8,0 Quadratkilometern, gehört zu den Ortsteilen, die durch recht unterschiedliche Funktionen wie Wohnen, Industrie, Dienstleistung und Verwaltung gekennzeichnet sind. Wittenau zählte nicht wie Tegel zu den Ausflugsgebieten Berlins, sondern wurde, nachdem von 1877-80 die "Städtische Irrenanstalt zu Dalldorf" (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklink) errichtet worden war, eher von den Sommerfrischlern gemieden. Die Entwicklung Wittenaus wurde erst ab der Jahrhundertwende durch die Ansiedlung von Industrie (z. B. entlang des Eichborndamms) und vom Bau neuer Siedlungen wie z. B. Borsigwalde vorangetrieben. Neben den S-Bahnverbindungen S 2 und S 25 fand 1994 durch die Eröffnung der neuen Bahnhöfe der U-Bahn-Linie U 8 "Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik", "Rathaus Reinickendorf" und "Wittenau" am Wilhelmsruher Damm eine weitere Verkehrsanbindung des Bezirkes statt.
Den alten historischen Kern von Wittenau bildet heute der inmitten alter Bäume liegende Dorfanger, der vom Eichborndamm, Teil einer seit dem Mittelalter bestehenden Handelsstraße von Berlin nach Bernau, durchkreuzt wird und an seiner östlichen Seite von der Oranienburger Straße, der nördlichen Verlängerung der Ollenhauerstraße, und an seiner westlichen Seite von der Trift- bzw. Hermsdorfer Straße zu erreichen ist. Im Osten mündet die Straße Alt-Wittenau, die die alte Dorfaue nördlich und südlich umfasst, in die Gorkistraße nach Tegel. Erhalten geblieben und heute noch zu besichtigen sind eine Dorfkirche und noch einige ältere Bauernhäuser. Die Dorfkirche wurde um 1480 aus großen und unregelmäßigen Feldsteinen errichtet und ist das älteste bis heute erhaltene Gebäude des Ortes. Sie wurde 1351 erstmalig urkundlich erwähnt. Im Inneren kann man einen Flügelaltar besichtigen, der um 1500 vom Spandauer Nonnenkloster, zu dessen Besitzungen Wittenau -damals noch Dalldorf- bis 1558 gehörte, gestiftet worden sein soll. Drei Figuren, die Heilige Anna, Maria mit dem Jesuskind und der Heilige Nikolaus, sind im Original als Zeugnisse mittelalterlicher Holzschnitzkunst erhalten geblieben. Von der ursprünglichen Dorfstruktur zeugen auf der Nordseite der Dorfaue noch die Grundstücke Alt-Wittenau 31-42 und auf der Südseite 54 a-69. Alle Gebäude auf diesen Grundstücken stammen aus dem 19. Jahrhundert, einige haben spätklassizistische Stuckfassaden. In dem Haus auf dem Grundstück Alt-Wittenau Nr. 66 an der Ecke Eichborndamm befand sich bis 1979 die heimatkundliche Schau des Bezirkes, die 1980 in das neu gegründete Heimatmuseum im alten Hermsdorfer Schulhaus, Alt-Hermsdorf 35, umgezogen ist und sich bis heute dort befindet. Ursprünglich trug Wittenau den Namen "Daldorph", später Dalldorf, abgeleitet von Taldorf. Der Name wird sich nicht auf die vorgefundene geographische Situation während der Ostkolonisation im 13. Jahrhundert bezogen haben, sondern stammt vermutlich aus der Heimat der Kolonisten im westlichen Deutschland, wo dieser Ortsname in den Kreisen Lauenburg, Uelzen und Gifhorn häufiger anzutreffen ist. 1880 errichtete die Stadt Berlin auf einem vom Berliner Magistrat erworbenen Areal die "Irrenanstalt Dalldorf bei Berlin" für 1200 Patienten.1881 wurde sie durch eine "Idiotenanstalt", eine Erziehungseinrichtung für geistig behinderte Kinder, ergänzt. Da innerhalb der Berliner Bevölkerung der Name Dalldorf immer mit der Irrenanstalt verbunden wurde und die Einwohnerschaft kurz nach der Jahrhundertwende darin ein Hindernis für die erwünschte wirtschaftliche Entwicklung sah, wurde der Berliner Vorort auf Grund einer Petition des Bürgermeisters Paul Witte (1866-1930) und des Dalldorfer Bürgervereins im Jahre 1905 vom Regierungspräsidenten in Potsdam mit Genehmigung Kaiser Wilhelms II. in den Namen Wittenau, in Erinnerung an den 1902 verstorbenen langjährigen Amts- und Gemeindevorsteher Peter Witte (1822 bis 1902), umbenannt. Die Irrenanstalt behielt noch zwanzig Jahre ihren Namen und änderte ihn dann in "Wittenauer Heilstätten" um. 1957 wurde die in einer weitläufigen Grünanlage angelegte Kranken- und Heilstätte nach dem Berliner Psychiater Karl Bonhoeffer(1868 bis 1948) in "Karl-Bonhoeffer-Heilstätten" und ab 1967 in "Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik" umbenannt. 1969 und 1976 entstanden neue Bettenhäuser für Patienten und neben einem Küchen- und Gemeinschaftsbau verschiedene Handwerksstätten für leichter erkrankte Patienten. Im Zuge der vom Bezirk erfolgreich praktizierten Enthospitalisierung hat die KBoN nur noch rund 200 Betten und den Wunsch, das Areal einmal als "Kulturpark Reinickendorf" mit Einbeziehung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude nutzen zu dürfen scheiterte bisher am Widerstand des Senates. Seit 1987 existiert das "Feste Haus" zur Unterbringung von Straftätern, die vom Gericht als unzurechnungsfähig eingewiesen werden und wird auch fortbestehen müssen. Von der alten Dorfaue Wittenaus führt der Eichborndamm in südlicher Richtung direkt auf das 1911 vom Architekten Friedrich Beyer errichtete Rathaus Reinickendorf (heute Altbau des Rathauses), das heute eines der Wahrzeichen Reinickendorfs ist. Nach einem zeitgenössischen Leitartikel des Wittenauer Lokalblatts "Nordbahn-Zeitung", Nr. 76, 14. Mai 1911, wird das Rathaus wie folgt beschrieben: "Das malerisch gruppierte Äußere des Gebäudes zeigt barocke Formen mit holländischen Anklängen. Nicht bloß das Gebäude überragend, sondern auch die ganze weite Umgegend beherrschend, erhebt sich der 55 Meter hohe Rathausturm als ragendes Zeichen dafür, dass Wittenau begonnen hat, im Kreise der Berliner Vororte eine Rolle zu spielen, dass es sich infolge des Zuzuges der Berliner Großindustrie in einer aufsteigenden und fortschreitenden Entwicklung befindet. Ein mächtiger Frontgiebel mit hohen Fenstern lässt den Hauptrepräsentationsraum des Gebäudes, den hinter demselben liegenden großen Sitzungssaal erkennen, ein reich gegliedertes Hauptportal aus Kirchheimer Muschelkalk mit Freitreppe und offener Vorhalle führt in das Innere des Gebäudes. Das Dienstzimmer des Amts- und Gemeindevorstehers ist durch einen ebenfalls in Muschelkalk ausgeführten Erker hervorgehoben. Der Nebeneingang an der Südfront, der unmittelbar zu den Polizeiräumen führt, weist verschiedene auf diese Zweckbestimmung hindeutende Motive auf. Im Übrigen ist das Gebäude in Ziegelrohbau aus Rathenower Handstrichsteinen ausgeführt.
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Das hochragende Dach ist mit grau geschmoochten holländischen Pfannen
eingedeckt, die Turmabdeckung besteht aus Kupferplatten, ebenso sind die
Abfallrohre und die Abdeckung des Erkers in Kupfer hergestellt. Die Wetterfahne
auf dem Turme zeigt eine Wiedergabe der Embleme des Wittenauer Gemeindewappens
(Tanne mit Sense)."
Im Inneren befindet sich auf der rechten Seiten der Zugangstreppe eine Gedenktafel für die von 1933 bis 1945 verfolgten und ermordeten Reinickendorfer Juden. Die Tafel wurde im August 1995 vom Bezirksamt Reinickendorf in Anwesenheit von damals verfolgten Reinickendorfern, Politikern, Vertretern der Jüdischen Gemeinde Berlins, von zahlreichen Gästen, u.a. der Reinickendorfer Partnerstadt Kiryat-Ata in Israel, und Schülerinnen und Schülern Reinickendorfer Schulen eingeweiht. Im alten Rathaus befinden sich heute das Standesamt, einige Büros der Abteilung Bauwesen und der Bezirksverordnetenversammlung sowie Sitzungssäle. Zu den Attraktionen des Reinickendorfer Rathauses zählen das "Erker-Zimmer", in dem der Wittenauer Amtsvorsteher einst sein Büro hatte und wo heute die standesamtlichen Trauungen vollzogen werden, und der mit alter Bestuhlung und einer kunstvoll verzierten Decke ausgestattete Sitzungssaal der Bezirksverordnetenversammlung mit den bunten Glasfenstern im Giebel des Rathauses. Im Jahre 2000 wurde das Büro des Amtsvorstehers und Namensgebers von Wittenau als "Witte-Zimmer" benannt. Von 1950 bis 1955 wurde das Rathaus nach Plänen von Walter Briesenick durch einen langgestreckten, südlichen Anbau erweitert, in dem sich heute der Haupteingang mit der Information und den Wegweisern zu den einzelnen Dienststellen befindet. Zwischen dem alten Rathaus und dem Neubau wurde ein gläserner Verbindungsgang in Stahlbetonskelettbauweise, der von Mitarbeitern als sog. Beamtenlaufbahn bezeichnet wird, errichtet. Als Quergebäude zu diesem Anbau entstand von 1954 bis 1957 nach Plänen von Wilhelm Schäfer der Ernst-Reuter-Saal mit 600 Sitzplätzen, wo Versammlungen und kulturelle Abende wie z. B. Musikveranstaltungen und Varietes für Senioren oder Konzerte und Kammermusikabende des Kunstamtes Reinickendorf veranstaltet werden. Im alten Ratskeller des Rathauses Reinickendorf befindet sich seit dem Abzug der französischen Alliierten im Jahre 1994 das französische Restaurant "Le Caveau", das von einem ehemaligen Mitarbeiter des "Pavillon du Lac" betrieben wird und die französische Tradition in Reinickendorf aufrecht erhält. Hier kann man in der Woche mittags ein preisgünstiges Menü erhalten und an den Abenden und Wochenenden hervorragend speisen. Hinter dem Rathaus im Rathauspark wurde an der Stelle eines alten Kriegerdenkmals 1954 ein von der Künstlerin Lidy von Lüttwitz geschaffenes Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt. Vor diesem Denkmal hat das Bezirksamt Reinickendorf 1995 ein Rosenbeet angelegt, das an die Verbrechen von Lidice erinnern soll. Schräg gegenüber dem Haupteingang zum Rathaus Reinickendorf, am Hinterausgang der U-Bahn, die 1994 hier eröffnet wurde, befinden sich zwischen der Hermann-Piper-Straße und der Straße Am Nordgraben das Verwaltungszentrum der Polizei (Am Nordgraben 6-8) und daneben das architektonisch und farblich etwas eigenwillig gestaltete Finanzamt Reinickendorf, das 1976 errichtet worden ist und zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses und auch vielen Seniorinnen und Senioren wegen seiner Kantine im Obergeschoss mit mehreren gutbürgerlichen Gerichten zu billigen Preisen bekannt ist und auch von vielen genutzt wird. Am Nordgraben 1, an der Grenze zu Tegel, wurde 1981 ein Beratungszentrum für Behinderte eingeweiht, direkt daneben entstand 1985 das neue Humboldt-Krankenhaus, heute Vivantes Klinikum GmbH ö.B. Humboldt-Krankenhaus (Am Nordgraben 2) mit 630 Betten. Ein architektonisches Zeugnis besonderer Qualität ist die 1931 von Jean Krämer errichtete Rundbauschule, die ehemalige 14. und 26. Volksschule in Alt-Wittenau 8-12 an der Ecke Roedernallee, heute Johannes-Lindhorst- und Max-Eyth-Oberschule. Die Schule zählte in der Weimarer Republik zu den modernsten in Berlin und war mit Zeichen- und Musiksälen, einer Waschküche für hauswirtschaftlichen Unterricht, einer Lehrküche, Räumen für den Werk- und den naturwissenschaftlichen Unterricht, einer Lehrer- und Schülerbücherei sowie zweiTurnhallen ausgestattet. Südwestlich des Rathauses Reinickendorf erreicht man über die Holzhauser Straße die Wohnsiedlung Borsigwalde, eine zwischen 1899 und 1909 errichtete Kolonie für Arbeiter und Angestellte der Borsigwerke im nahegelegenen Tegel. In dem Viertel um die Conradstraße, die Räuschstraße und die Schubartstraße herum findet man heute noch ein nahezu geschlossenes Fassadenbild mit zwei- bis dreistöckigen Wohnhäusern in gotisch-barocker Stilmischung. Der Ausbau der Siedlung erfolgte in den dreißiger Jahren. Zwischen der Räusch- und der Schubartstraße liegt der älteste Teil von Borsigwalde. Die Kolonie umfasst 80 Mietskasernen, die damals noch auf freiem Feld errichtet wurden und für 3000 bis 4000 Bewohner geplant waren. Zu jeder Wohnung gehörte hinter dem Haus ein kleiner Garten, in dem die Arbeiter sich zu einem Teil Gemüse für den eigenen Verbrauch anbauen konnten. Trotz vieler positiver Aspekte gab es insbesondere in der Anfangsphase zahlreiche Probleme, mit deren Bewältigung sich die Werksleitung von Borsig am Anfang überfordert fühlte. In den ersten Jahren gab es weder Kanalisation noch Wasserleitungen oder eine Müllabfuhr. Das Wasser wurde aus Trinkwasserbrunnen gewonnen, der Müll und die Fäkalien auf den Höfen vergraben, was in den ersten Jahren zu Typhus-Fällen in der Arbeiterkolonie führte. Nicht alle Bewohner waren Arbeiter von Borsig, weil viele sich nicht in die Abhängigkeit des Werkes begeben wollten. Die Gemeindeverwaltung von Dalldorf erhoffte sich durch die Ansiedlung von Fabriken eine Steigerung der Steuereinnahmen. So wurde das der Kolonie Borsigwalde an der Holzhauser Straße gegenüberliegende Gelände von der "Borsigwalder Terrain-Aktiengesellschaft" als Industriegebiet erschlossen. Vor dem Haus in der Schubartstraße 55 erinnert eine Gedenktafel
an die Mitglieder der Gruppe "Mannhart", einer Widerstandsgruppe
von 30 Arbeitern bei "Rheinmetall-Borsig" und weiteren Mitgliedern
wie Dr. Max Klesse aus Heiligensee, die während des Zweiten Weltkriegs
in Flugblättern, die für die ausländischen Zwangsarbeiter
auch in russisch und französisch verfasst wurden, zum Sturz des Nazi-Regimes
aufriefen und Sabotage, langsames Arbeiten und "Krankfeiern"
forderten, um die deutsche Rüstungsproduktion zu schwächen.
Die Wohnung von Friedrich Lübben in der Schubartstraße 55 war
ein Treffpunkt dieses Kreises mit ausländischen Zwangsarbeitern.
lm November 1943 wurden Mitglieder der Gruppe Mannhart verhaftet und Friedrich
Lübben, Otto Haase (Tegel, Tile-Brügge-Weg 97), Otto Dressler
(Heiligensee, Zeisgendorfer Weg 4) und Albert Brust (Tegelort, Bismarckstraße
11, heute: Friederikestraße) im September 1944 hingerichtet. Einer
der führenden Köpfe der Gruppe Mannhart, Dr. Max Klesse, konnte
der Verfolgung durch die Gestapo entkommen. Mit der Gründung von
Borsigwalde erfolgten parallel die Industrieansiedlungen auf dem Gebiet
von Wittenau. Das große Industrieareal Wittenaus erstreckt sich
zwischen der Holzhauser Straße und dem Eichborndamm im Westen und
reicht bis an die S-Bahn (S 25), teilweise bis an die Stadtautobahn und
in nordöstlicher Richtung bis zum Nordgraben. Zeugnisse der Industrialisierung
sind die mehrere hundert Meter langen, vor dem Ersten Weltkrieg aus Backstein
hergestellten Industriefassaden der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken
AG am Eichborndamm, zwischen dem gleichnamigen S-Bahnhof und dem Nordgraben,
wo heute das Landesarchiv und verschiedene Firmen angesiedelt sind und
es eine Vielzahl von Lagerräumen, Büros und Dienstleistungseinrichtungen
gibt. Zwischen dem Steinbergpark und der Nordbahn, begrenzt durch die Jean-Jaures-Straße, befindet sich die "Cite Foch", eine Siedlung der französischen Alliierten (heute im Besitz des Bundesvermögens), die insgesamt aus 80 Gebäuden mit 785 Wohnungen zwischen 50 bis 210 Quadratmetern Grundfläche besteht. Die ersten Gebäude dieser Siedlung wurden 1952 auf einem Gelände in der Nähe des "Camp Foch" errichtet, in dem die Gendarmerie der französischen Alliierten stationiert war. Zunächst wurde sie nach Leutnant Toucoulou Tachouères, dem im Indochinakrieg 1948 gefallenen Sohn des Obersten der französischen Streitkräfte in Deutschland, als "Cite Toucoulou" bezeichnet, später dann als "Cite Foch". Heute erinnern die französischen Straßennamen wie "Rue Montesquieu", "Avenue Charles de Gaulle" oder "Rue Racine" an die Präsenz der Alliierten. Zu der 1976 fertiggestellten Siedlung gehörten ein "Centre Commercial" der Economat-Kette mit Lebensmitteln, Drogerie- und Parfümerieartikeln, Zeitungen, Zeitschriften, Haushaltswaren und Elektroartikeln. Später wurden ein Hallenbad und ein Stadion mit Turnhalle, ein medizinisch-soziales Zentrum, das Kino "Le Flambeau", die katholische Kirche "Sainte Geneviève" und das Jugendzentrum "Centre Talma" errichtet. Am Place Moliere befinden sich drei Schulen: In den Gebäuden der ehemaligen "Ecole Victor Hugo" residiert heute die 7. OG "Romain-Rolland-Oberschule", im Hause der ehemaligen französischen Schule "Saint Exupery" ist die Filiale der Münchhausen-Grundschule beheimatet, und auch die "Cité scholaire de Reinickendorf" hat hier am Platz ihren Standort. Das Geschäfts- und Einkaufszentrum ist bis heute geschlossen. Die Wohnungen der "Cité Foch", die zu den komfortabelsten Alliiertenwohnungen in Berlin zählen, werden mit zeitlich befristeten Mietverträgen vermietet und waren den Bundesbeamten, die im Zuge des Umzuges der Bundesregierung und der Ministerien nach Berlin kamen, vorbehalten.
Mit freundlicher Unterstützung der unit Zürn Werbeagentur GmbH. |
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